Digitale Vorlesungen – Wie Studieren trotz Corona funktionieren kann

Digitale Vorlesungen – Wie Studieren trotz Corona funktionieren kann

Wer denkt, dass Vorlesungen langweilig und der absolute Horror sind, studiert entweder das falsche oder hatte noch nie in seinem Leben digitale Vorlesungen oder musste trotz Corona studieren. Ich hoffe, Ihr gehört zu den Glücklichen, die einfach nur das falsche Fach studieren.

Aber jetzt mal ehrlich, als jemand, der gerne mit seiner WG Klettern ging, im Pub Karaoke sang oder coole Spieleabende veranstaltete, war ich total überfordert mit dieser „sozialen Isolation“. Heutzutage kann ich nicht einmal unbeschwert Lebensmittel einkaufen oder meine beste Freundin umarmen. Mein Sommerpraktikum hängt am seidenen Faden, der Großteil meiner Sachen befindet sich in einer anderen Stadt (leider bin ich nicht im schönen Pforzelona, sondern in einem Dorf mitten im Nirgendwo) und inzwischen kenne ich alle Spazierwege in meiner Umgebung auswendig. Dazu kommt, dass meine Uni mich täglich mit neuen Emails und Terminen für Online-Vorlesungen, von denen sich übrigens viele überschneiden, bombardiert. Obwohl die Welt da draußen ziemlich verrückt ist, wird der Stoff in derselben Art und Weise unterrichtet wie immer und das Niveau der Klausuren wird sich wahrscheinlich nicht ändern. Wie soll man in so einem Umfeld produktiv bleiben und vernünftig lernen?

Ich habe in den letzten Wochen sehr viele verschiedenen Methoden, Lerntricks und Tipps ausprobiert. So ist diese Liste von Dingen entstanden, die für mich funktionieren und dafür sorgen, dass ich produktiv bleibe und annähernd meine geistige Gesundheit behalte 🙂 

 

1.    Es heißt immer, dass es Eulen und Lärchen gibt. Die meisten Menschen, die sich als „Eulen“ bezeichnen, sind aber keine. Mal ehrlich, wer ist um 2 Uhr nachts noch wirklich produktiv?

2.    Stelle Dir den Wecker auf sechs Uhr und gehe dafür zwischen 22 und 23 Uhr schlafen.

2. Mach Dir einen schönen Morgen

  1. Trink ca. einen halben Liter Wasser gleich nach dem Aufstehen
  2. Mach gleich Musik an, die Dich motiviert, schalte einen Podcast an
  3. Yoga, Joggen, min. 10 – 20 Minuten Sport
  4. Eine Folge Deiner Lieblingsserie auf Netflix / Lies eine Stunde aus deinem Lieblingsbuch
  5. Optional: Frühstücken, Kaffee trinken

3. Plane Deinen Tag

1.    Wann habe ich welche Vorlesung?

2.    Wann telefoniere ich mit Freunden?

3.    Wann mache ich Sport? Wann gehe ich spazieren?

4.    Integriere alles in Deinen Plan.

4. Plane Deine Woche

  1. Ich habe zwei Stundenpläne einen mit den offiziellen Vorlesungszeiten und einen zweiten Arbeitsplan, in dem steht, wann ich welche Vorlesung nacharbeite
  2. Dazu schreibe ich noch „Projekte“ in meine Wochenliste, z. B. neuen Blogartikel veröffentlichen, mein Französisch wiederauffrischen, diese und jede Zeitschrift abonnieren

5. Sport & Bewegung

1.    Ich würde Dir empfehlen mindestens fünfmal die Woche 10 – 30 Minuten Sport zu treiben

2.    Täglich mindestens eine halbe Stunde an die frische Luft gehen (ich persönlich habe gerade so viel überschüssige Energie, dass es mich frustriert)

3.    Körperliche Aktivität reißt uns aus unserem Kopf und verhindert die Entstehung negativer Gedankenspiralen

6. Gib das Geld, das Du durch fehlende Bar Besuche, Fahrkosten, Mensakosten sparst, für etwas anderes aus – Ideen dafür:

1.    Kleidung

2.    Bücher, die Dir helfen, den Stoff Deines Studiums besser zu verstehen

3.    Normale Bücher

4.    Online Kurse, z. B. auf www.udemy.com  

5.    Die Klassiker: Netflix, Prime, Spotify, Audible, Blinkist, etc.

7. Reduziere Deinen Nachrichtenkonsum auf das Minimum (maximal einmal am Tag)

Ehrlich, musst du wirklich jeden Abend über das Weltgeschehen informiert sein? Wenn Du nicht gerade in einer Branche arbeitest, wo das verlangt wird – was bringt Dir dieses Wissen? Ich bin niemand, der sagt, dass man überhaupt keine Nachrichten mehr schauen sollte, aber ich appelliere ganz klar dafür, den Konsum zu reduzieren.

8. Entspanne Dich mal und genieße die Zeit mit den Menschen um Dich herum

1.    Lass das Leben auf Dich zukommen und versuche den Leistungsdruck um Dich herum zu vergessen

2.    Wenn Du gerne prokrastinierst, erinnere Dich daran, warum Du Dein Studium in erster Linie angefangen hast → versuche diese Neugier und Faszination für das Fach wieder aufleben zu lassen → einer der Gründe, warum kleine Kinder nicht prokrastinieren, ist ihre grenzenlose Neugier für alles um sie herum

9. Wenn Du allein wohnst und Dich einsam fühlst – mach das Gegenteil davon

1.    Plane deinen Tag so exakt wie möglich von früh bis spät durch

2.    Halte Kontakt zu deinen Liebsten, führt auch Face Calls

3.    Veranstaltet virtuelle Spieleabende

10. Das ist mir bis jetzt leider noch nicht gelungen, aber ich gebe den Tipp trotzdem mal: Hilf Deinen Mitmenschen

1.    Einkäufe für ältere & momentan Vielbeschäftigte erledigen, vielleicht bietet Deine Stadt sogar ein Portal dafür an, sowas wie www.pforzheimhilft.de

2.    Brieffreund werden, www.stiftundpapier.org

3.    Ehrenamtlich virtuell Nachhilfe geben, www.corona-school.de

4.    Einfach rücksichtsvoll und umsichtig sein, wenn Du nach draußen gehst

Diese Tipps
haben mir sehr geholfen, das beste aus der aktuellen Situation (seien es digitale Vorlesungen oder der Fakt, dass ich trotz Corona – einer Pandemie! – studieren muss) zu machen.
Tatsächlich bin ich momentan an den meisten Tagen so glücklich und erfüllt wie
ich es seit Jahren nicht mehr war. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass auch Du in
dieser Liste irgendetwas findest, das Dir hilft und Dich weiterbringt.

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