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Ins kalte Wasser – Wie ich in 6 Schritten den Sprung von der Schule ins Studium geschafft habe

Ins kalte Wasser – Wie ich in 6 Schritten den Sprung von der Schule ins Studium geschafft habe

Ich wusste schon immer, dass ich gleich nach dem Abitur studieren möchte. Also kein Gap Year, kein Work & Travel in Australien und auch kein FSJ. Ich muss mich nur um ein Studiumsplatz bewerben – das kann doch nicht so schwer werden, oder?

Da habe ich mich gewaltig geirrt. Ein Studium zu organisieren kann je nach Studiengang und Wunschuni zu einer wirklichen Qual werden. Welche Herausforderungen ich dabei nicht bedacht habe und welche Schritte ich gehen musste, erfährst Du im folgenden Artikel.

1. Den richtigen Studiengang und die richtige(n) Uni(s) finden

Ich habe bereits sehr früh angefangen, mich dem Thema Studium auseinander zu setzen. Genau genommen in der 10. Klasse. In Baden-Württemberg ist es an Gymnasien Pflicht, in der zehnten Klasse ein einwöchiges Praktikum (BOGY) zu absolvieren. Nach einer sehr unendlich langen Woche im städtischen Rathaus, habe ich schnell herausgefunden, was ich nicht machen wollte. Ohne große Erwartungen, besuchte ich eine Berufs- und Studienmesse, wo ich zum ersten Mal vom Studiengang „International Business“ hörte.

Das war der Moment, in dem es „Klick“ machte.  Mein persönliches „Aha- Erlebnis“ – ich wusste, dass ich in irgendeiner Form internationale Betriebswirtschaftslehre studieren wollte. Dieser Studiengang war wie für mich gemacht. Er vereinte meine Liebe zu Sprachen, mein Interesse für höheres Management, Politik und Kultur mit meiner Faszination für wirtschaftliche Abläufe. Wäre ich nicht auf diese Messe gegangen, wüsste ich wahrscheinlich bis heute nicht, dass so ein Studiengang existiert.

Darum mein Rat an Dich: Besuche Karrieremessen. Es gibt so viele interessante Studiengänge, Ausbildungen und Berufe, von denen Du mit Sicherheit noch nichts gehört hast. Wir leben in einer Zeit der Vielfalt. Nutze das aus. Außerdem würde ich Dir empfehlen, Dich so früh wie möglich zu informieren. Spätestens ein Jahr vor Deinem Abi / Schulabschluss solltest Du damit anfangen.

Die richtige Uni zu finden, war in meinem Fall tatsächlich die größte Herausforderung. Gerade im BWL Studium ist sehr wichtig, für die spätere Karriere, welche Universität man besucht. Mir war es außerdem wichtig, dass mein Studiengang nicht allzu theorielastig war und ein integriertes Auslands- und Praxissemester enthielt. Ein weiterer wichtiger Aspekt für mich war, dass die Uni in Baden-Württemberg war, weil ich nicht zu weit weg von meiner Familie und meinen Freunden wollte. Also erstellte ich eine Liste mit den Kriterien für meine Zieluniversität:

  • Nähe zur Heimat
  • Ranking der Universität
  • Ranking des Studiengangs
  • Auslandssemester
  • Praxissemester
  • Fremdsprachliches Angebot
  • Studentenleben in der Stadt

Der Vorteil an der Methode ist, dass Du besser Deine Prioritäten und Ziele verstehst. Darüber hinaus minimierst Du das Risiko ein Studium anzufangen, dass Dir keinen Spaß machen wird. Wenn Du vorgehst wie ich vorgegangen bin, dann wirst Du am Ende eine nette Liste mit super Unis haben und kannst Dich bewerben.

Hier sind die Websites, die ich genutzt habe, um den richtigen Studiengang und die richtige Uni zu finden

2. Eine Zusage von der Uni bekommen

Wie die Bewerbung abläuft, hängt sehr davon ab, ob Dein Studiengang einen Numerus Clausus (NC) verlangt. Der NC ist nichts anderes als die schlechteste Abi-Note, die im vorherigen Semester für den Studiengang akzeptiert wurde. In der Regel hängt der NC von der Bewerberzahl ab, wenn die Bewerberzahl höher ist als die Anzahl der Plätze, ist der NC entsprechend hoch und es ist schwerer eine Zusage zu erhalten.

Bei NC – freien Studiengängen muss man sich nicht bewerben, sondern kann sich einfach zu Beginn des Semesters einschreiben und wird immatrikuliert. Wenn es hingegen einen NC oder ein anderes Auswahlverfahren gibt, muss Du Dich explizit bewerben.

In meinem Fall lief das Bewerbungsverfahren der Unis über das Portal www.hochschulstart.de , wo man sich nochmal separat anmelden musste. Zuerst musste ich all meine Daten eintragen und mich dann mit meinem Abizeugnis über „hochschulstart“ bewerben. Allerdings gab es ein Problem:

Der Bewerbungsschluss war am 15.07 und an unserer Schule bekamen wir die Abizeugnisse erst am 12.07. Also musste ich alle Stellen an meiner Schule abklappern bis ich endlich herausfand, wie ich ein vorläufiges Zeugnis bekomme. Das war etwas stressig, aber ich war nicht die einzige Schülerin mit dem Problem. Ich bekam mein vorläufiges Zeugnis am 05.07 und hatte somit noch knapp eine Woche Zeit alle Bewerbungsunterlagen auszudrucken und zusammen mit den Daten, die man auf „hochschulstartmit“ erhält, abzuschicken.

Jetzt hieß es abwarten.

Tatsächlich ging das überraschend schnell. Bereits nach ein paar Wochen hatte ich von fast allen Hochschulen eine Zusage bekommen.

3. Die Immatrikulation

Die Frist zur Immatrikulation war der 15.08. Das war etwas sehr irreführend, weil ich dachte, ich hätte bis zum 15.08 Zeit, eine der Zusagen zu akzeptieren.

Aber dem war nicht so.

Als ich eine Woche vor Fristende meine Entscheidung gefällt hatte, erhielt ich die Nachricht, dass ich bis zum 15.08 Zeit hätte, mein Zeugnis, meinen Lebenslauf und meinen Immatrikulationsbescheid nochmal per Post einzureichen. Gott seid Dank habe ich nicht bis zum 15.08 gewartet, sonst wäre es vorbei gewesen mit meinem Traum vom sofortigen Studium.

Der ganze Ablauf für die Immatrikulation beim BWL-Studium zusammengefasst

  1. Auf der Seite der Hochschule / Universität bewerben
  2. Registrierung auf hochschulstart.de
  3. Hochladen aller relevanten Dokumente
  4. Alles ausdrucken (von wegen digitales Bewerbungsverfahren!!!) und an die entsprechende Uni schicken
  5. (Hoffentlich) Zusage akzeptieren und die restlichen wichtigen Unterlagen per Post an die Uni schicken à auf Immatrikulationsbestätigung warten

4. Der Umzug

Ich werde noch einen ausführlichen Artikel darüberschreiben, wie man den richtigen Ort zum Wohnen finden und wie man den Umzug am besten organisiert. Ich bin mit meinen fast zwanzig Jahren bereits sechsmal umgezogen. Trotzdem war der Auszug für mich ein großer Schritt.

Auch um den Auszug solltest Du Dich rechtzeitig kümmern. Zu Semesterbeginn sind normalerweise keine freien Plätze mehr verfügbar.

Ob man sich schon vor der eigentlichen Zusage um eine Bleibe kümmern sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Zusage kriegst?
  • Wie ist die Wohnsituation insgesamt in den Städten?
  • Wie weit weg musst du ziehen? Kannst du im Zweifelsfall pendeln?

Für mich war es logischer, zuerst auf die Zusage zu warten und mich dann um eine Bleibe zu kümmern. Mein Plan ging auf, aber ich hatte sehr großes Glück und erwischte einen der letzten freien Plätze im Wohnheim. Gerade wenn es knapp wird, solltest Du möglichst viele Wohnheime anrufen / WGs anschreiben etc. In der Regel sind die Zimmer im Wohnheim bereits möbliert, also war der eigentliche Umzug ziemlich stressfrei.

Schau am besten auf der Seite Deiner Hochschule vorbei, dort gibt es in der Regel eine komplette Liste mit Wohnheimen, freien Wohnungen und Tipps für die Suche. Ich kann Dir folgende Seiten für die Suche empfehlen:

5. Weitere Termine im Auge behalten

Du hast die Zusage von der Uni, den Platz im Wohnheim / in der WG, die eigene Wohnung und bereits Fuß in der neuen Stadt gefasst. Der Termin für den Vorlesungsbeginn steht Rot umkringelt im Kalender. Was kann das noch schief gehen?

Veranstaltungen, die vor Semesterbeginn stattfinden!

So was gibt’s? Richtig gehört.

Die meisten Unis bieten ein paar Wochen vor Semesterbeginn Einführungstage, sogenannte „Ersti-Tage“ an, wo Euch nochmal die Uni gezeigt wird und alles erklärt wird. Außerdem gibt es häufig Vorkurse, um nochmal das Wissen aus der Schule aufzufrischen. Auch wenn diese Veranstaltungen meistens freiwillig sind, kann ich Dir nur ans Herz legen, sie zu besuchen. Es ist eine super Gelegenheit schon mal erste Kontakte zu knüpfen und die Uni und Deine neue Stadt kennenzulernen. Meisten gibt es noch Kneipentouren, Vorglühabende und WG-Partys. Vielleicht kriegt Ihr sogar einen persönlichen Buddy (meist ein Student aus dem dritten Semester) zugeteilt, der Euch beim Einleben helfen soll.

Bei mir, an der Hochschule Pforzheim, sind diese Einführungsveranstaltungen tatsächlich Pflicht. Viele meine Kommilitonen hatten das nicht auf dem Schirm und mussten diese Termine im zweiten Semester nachholen. Damit Dir sowas ätzendes nicht passiert, solltest Du Dich auf jeden Fall rechtzeitig informieren. Schau am besten auf der Seite Deiner Uni nach.

6. Wie es weitergeht …

Puh, alle Schritte geschafft. Wenn Du mehr zu den einzelnen Punkten erfahren möchtest, folge gerne unserem Blog, um keinen Artikel mehr zu verpassen.

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