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Roadtrip Kanada – fast 1200$ verloren!

Roadtrip Kanada – fast 1200$ verloren!
Roadtrip Kanada - fast 1200$ verloren!

Wie einige von euch vielleicht schon auf Instagram und Co. mitbekommen habt, war ich letzte Woche für 7 Tage mit Kim auf einem Roadtrip. Lest weiter um zu wissen, wie wir dabei fast 1200$ verloren hätten 😉

Vorbereitung

Da ich nur 2 Wochen davor gesagt bekommen hatte, dass ich frei haben kann, war die ganze Planung etwas spontan. Kim hatte glücklicherweise auch frei, somit musste nur noch alles andere geplant werden. Wohin? Wie? Wann? Und so weiter und so fort. 

Ziemlich schnell stand fest, dass wir einen kleinen Roadtrip rund um Banff machen wollen. Da es dort in der Umgebung viel gab, das wir sehen wollten, konnten wir damit gut eine ganze Woche füllen. So haben wir also angefangen noch ein paar Ideen zu sammeln und wollten dann auch schon bald das Hotel buchen. Kim war allerdings das Wochenende vor unserer Abfahrt mit ihrer Gastfamilie unterwegs. Somit war mit buchen etc. noch nicht viel möglich. Dann war aber auch schon Dienstag und am Donnerstag wollten wir los. Also schnell Hotel buchen und beruhigt ins Bett. Leichter gesagt als getan. Das Hotel war gebucht (für 1200$/7Nächte echt nicht teuer!) und wir mussten nur noch ein Auto mieten. 

Nur konnten wir kein Auto mieten.

Ich bin keine 21 und darf somit kein Auto mieten und Kim ist zwar 21, hatte aber keine physische Kreditkarte dabei (klappt ja heutzutage alles über “Apple Pay” und Co.). Wer sich jetzt denkt: “Ja aber wenn Du mit deiner Kreditkarte zahlst und Kim fährt?” – Neee, wäre ja zu easy. Denn der Name auf der Kreditkarte muss mit dem Fahrer übereinstimmen. Und “Apple Pay” wollten die um’s Verrecken einfach nicht akzeptieren. 

So standen wir also 2 Tage vor der Abfahrt ohne Auto, dafür aber mit einem Hotel da, yippie. Und stornieren war nicht mehr, somit hieß es also: “Auto finden oder 1200$ für Nichts ausgeben”. 

Am Mittwoch (1 Tag vor der Abfahrt) hatten wir immer noch kein Auto. Die Laune war bei uns zwei dadurch echt im Keller, da es so aussah als könnten wir nicht los. Als ich dann am Donnerstag Morgen bei der Arbeit die Nachricht “Wir können das Auto meiner neuen Gastfamilie haben!!” gelesen habe, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. 

Hinfahrt

Eine Dreiviertelstunde nach Feierabend bin ich also vollgepackt bei Kim in’s Auto gestiegen. Erst nach einigen Minuten Fahrt haben wir beide realisiert, dass es also wirklich losgeht. Nach einem kurzen Halt bei Walmart (schließlich mussten wir die Woche über auch etwas essen) ging es also um 18 Uhr los nach Banff. Klingt spät, war es auch. 

Nach einem kurzen Halt bei A&W in Airdrie ging es direkt weiter, da es auch schon dunkel wurde und bereits 20:45 Uhr war. 

45 Minuten vor Banff hat das Wetter beschlossen uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Plötzlich hat man durch die Windschutzscheibe nur noch Schnee und Eis auf den Straßen gesehen. Als wäre es nicht schon nervig genug, dass es 23:30 Uhr war, konnten wir nur noch mit 20km/h auf einer Straße fahren, auf der normalerweise 110km/h erlaubt sind. Aber Sicherheit geht vor. Deshalb Warnblinker an und so weiter, wie es eben ging. Dass die Straßen wirklich in keiner guten Kondition waren haben wir spätestens da realisiert, als wir rechts und links von der Straße Autos in den Gräben liegen haben sehen. 

Um 00:10 Uhr standen wir also voller Erleichterung vor dem Hotel und konnten schnell einchecken und in’s Zimmer. So schnell sind wir zwei glaube ich noch nie eingeschlafen. 

An dieser Stelle möchte ich auf jeden Fall noch ein fettes Dankeschön an Kim ausrichten, die die ganze Zeit gefahren ist und uns immer lebendig bis an’s nächste Ziel gebracht hat.

Tag 1 - Lake Louise

Wir sind extra früh los, da Lake Louise ein beliebtes Touristenziel ist und wir so noch einen Parkplatz erwischen wollten. Dort angekommen war der Schlafmangel aber fast umsonst, da nur ca. 20 Autos auf einem der vier Parkplätze standen. Aber umso besser, denn so hatten wir den See fast nur für uns, da viele andere nur zum Schlittschuhlaufen da waren. 

Wir haben also beschlossen den Winter noch auszunutzen und eine Runde über den gefrorenen See zu laufen. Denn so nah kommt man den Bergen ansonsten kaum. Auf halber Strecke haben wir dann tatsächlich 2 Männer entdeckt, die (Kim stimmt mir da zu) definitiv lebensmüde waren und einen zugefrorenen Wasserfall hochgeklettert sind. 

Als wir dann fertig waren und gefühlte 10000 Bilder gemacht hatten, sind wir wieder zurück nach Banff. Im Hotel angekommen gab es dann kurz Mittagessen und schon ging es weiter zu Fuß nach Banff in’s Zentrum. Die 20000 Schritte haben wir an dem Tag definitiv geschafft.

Tag 2 - Silverton Falls, Two Jack Lake, Lake Minnewanka und Vermilion Lakes

An Tag zwei hatten wir viel vor. Dementsprechend sind wir nach dem Frühstück direkt losgefahren um alles sehen zu können. Eigentlich wollten wir wieder in Richtung Lake Louise fahren, um dort den Johnston Canyon zu sehen. Aber da das als Plan zu einfach und langweilig gewesen wäre, war plötzlich die Straße dorthin gesperrt. Es gab auch keinen anderen Weg und zu Fuß hätten wir für die 20km den ganzen Tag gebraucht… Also spontane Planänderung. Wir haben uns also nach anderen Möglichkeiten umgeschaut und die Silverton Falls entdeckt, die scheinbar vom Parkplatz nur 30 Minuten entfernt seien. Also gesagt getan. Kim und ich sind also langsam den Schildern des Wanderweges entlang, bis der Wanderweg auf ein Mal kein Wanderweg mehr war sondern nur noch ein (Zitat Kim) “Weg in den Abgrund”. 

Laut Google Maps waren wir aber nur noch 5 Minuten vom Ziel entfernt, wir konnten also nicht leichtfertig aufgeben. Als Kim es dann auch (fluchend) auf die andere Seite geschafft hatte, waren die Wasserfälle tatsächlich nur noch um die Ecke und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt!  

 

Wieder am Parkplatz angekommen sind wir direkt weiter zum Two Jack Lake. Was aber auf Internet-Bildern atemberaubend aussah, war in Wirklichkeit nur ein kleiner See mit einem Pinkelhäuschen. Schön war es natürlich, aber nichts “Besonderes”, da man auch nicht um den See herumwandern konnte. Deshalb sind wir auch direkt weiter zum Lake Minnewanka, für den sich die ganze Fahrerei definitiv gelohnt hat. Da der See noch komplett zugefroren war, haben viele Menschen entschieden auf ihm spazieren zu gehen. Da wir unser Glück aber nicht völlig ausreizen wollten haben wir beschlossen, einfach zum Stewart Canyon zu laufen, der nur einen kurzen Fußmarsch entfernt war. Da die Aussicht auf den See einfach richtig toll war, sind wir dort auch fast drei Stunden geblieben.

Da man nie genug Seen sehen kann und wir definitiv einiges von unserer To-Do-Liste streichen wollten, standen an dem Abend noch die Vermilion Lakes auf dem Plan. Ich muss sagen, dass wir auch hier echt Glück hatten und der See total schön war. Allerdings ist er glaube ich im Sommer nochmal atemberaubender. Beschweren kann ich mich aber definitiv nicht, denn ich weiß die wunderschöne Natur hier echt zu schätzen, vor allem in Zeiten von Corona, in denen manche Menschen als Natur höchstens ihre Zimmerpflanze sehen. Deshalb bin ich sehr dankbar dafür, dass meine Gastfamilie es mir ermöglicht hat die Woche frei zu nehmen. Und klar bin ich auch mehr als happy, dass Kim sich bereiterklärt hat, sich mit mir auf so eine verrückte Fahrt zu begeben.

Tag 3 - Sulphur Mountain, Schnee und doch kein Burger zum Abendessen

Da wir für den Tag nicht wirklich etwas geplant hatten, haben wir am Abend davor (wie gesagt, Kim und ich sind scheinbar spontane Planer) mal geschaut was wir so machen könnten. Da wir nicht so weit wegfahren aber trotzdem ein wenig Bewegung kriegen wollten dachten wir uns: “Wieso nicht auf den Sulphur Mountain hoch?”. Okay, gesagt getan. Wir standen also am Sonntag Morgen um 10:00 Uhr vor dem Berg. Und wenn ich sage Berg, dann war das kein “kleiner Berg”, auf den man mal kurz hochwandert, nein nein. Dass alle anderen Wanderer mit Spikes an den Schuhen losgewandert sind hat uns auch nicht optimistischer gestimmt. Da die Gondel aber erst um 11:00 Uhr öffnete, blieb uns wohl oder übel nichts anderes übrig. 

Google war ja der Meinung, dass man für die Wanderung 1,5 bis 3 Stunden bräuchte. Nach den ersten 10 Minuten waren Kim und ich uns einig; wir würden bestimmt 4 Stunden brauchen, wenn nicht mehr. Noch waren wir aber halbwegs optimistisch und dachten, dass der Nebel in der Zeit bestimmt weggehen würde (Spoiler: Nee, wäre ja auch zu schön gewesen). 

Nach der ersten Stunde hatten uns bestimmt schon 20 Wanderer überholt, die uns meiner Meinung nach alle ein wenig mitleidig angeschaut haben. Aber um zurückzugehen war es zu spät, beziehungsweise wir den Berg schon zu weit oben. Auch wenn die Option der Gondel zu dem Zeitpunkt echt verlockend wurde, da die ersten Menschen mit genau dieser in nur 7 statt 180 Minuten auf dem Berg waren. Dass die uns dann auch noch sadistisch zuwinken mussten war das Sahnehäubchen obendrauf. 

Die zweite Stunde war dann schon “angenehmer”, da man eine immer bessere Aussicht in’s Tal hatte und auch die Spitze nicht mehr ganz so weit weg zu sein schien. Allerdings hatten wir nicht einmal die Hälfte geschafft. Und da wir nicht kampflos aufgeben konnten sind wir einfach stur weitergestapft. Witzig war es dann schon, als uns die ersten Wanderer auf ihrem Weg nach unten begegneten. Noch witziger war es, als wir genau diese Wanderer langsam wiedererkannten, da sie uns auf dem Weg nach oben schon überholt hatten. Spätestens da hatten dann auch wir realisiert, dass wir Googles Spitzenzeit von 1,5 Stunden definitiv nicht schaffen würden. 

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Tatsächlich sind Kim und ich nach ganzen 3 Stunden schnaufend oben angekommen. Zwar völlig durchnässt und halb erfroren aber wir hatten es geschafft. 

Drei Mal dürft ihr also raten, wer direkt als Erstes zu dem Ticket-Schalter gelaufen ist, um Gondel-Tickets nach unten zu kaufen. Außerdem ist der Blick aus so einer Gondel heraus unbezahlbar. Gott sei Dank sind wir also wenig später mit einem Kaffee aus dem höchsten Starbucks Kanadas wieder im Auto in Richtung Hotel gefahren. 

Da wir noch den halben Tag Zeit hatten, sind wir also noch in die Stadt und haben uns einen Beavertail gegönnt. Und weil wir an dem Tag scheinbar noch nicht genug laufen waren, haben wir kurzerhand beschlossen, dass wir noch eine Runde in Banff drehen wollen. Soweit so gut. Allerdings hat die “kleine Runde” 1,5 Stunden gedauert, da wir am Ende der Strecke realisiert haben, dass da doch keine Brücke über den Fluss geht und wir den gesamten Weg wieder zurücklaufen müssen. Wäre das nicht schon schlimm genug, hat es dann auch noch angefangen zu schneien. Na ja, wir wollten uns an dem Abend noch als Take-Out Burger bestellen und waren somit auch motiviert wieder an’s Auto zu kommen. Wer es aber kommen sieht: Der Tag war scheinbar nicht unserer und aus den Burgern wurde nichts, denn die hätte man erst sehr spät abholen können und erst in’s Hotel und dann wieder in die Stadt war einfach an dem Abend nicht drin. 

Insgesamt war es aber ein mega Tag an dem wir viel gelacht und gemerkt haben, dass man mit ein bisschen Durchhaltevermögen echt viel schaffen kann. Auch bin ich seit langem nicht mehr so müde in’s Bett gefallen wie an dem Tag.

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Wer noch mehr Bilder und Eindrücke von dem Roadtrip haben möchte, kann mir sehr gerne auf Instagram folgen. Dort poste ich regelmäßig neue Updates und habe alle Beiträge unter meinen Highlights/Reels gespeichert. 

Bald kommt hier auch der zweite Teil unseres Roadtrips online, in dem wir fast mit dem Auto im Schnee stecken bleiben und noch ein paar spontane Aktionen kommen.

Danke für’s Lesen! Ich hoffe ihr hattet Spaß und konntet einen kleinen Eindruck von den ersten paar Tagen des Roadtrips bekommen. Schreibt Fragen und Anmerkungen gerne in die Kommentare ^-^

See you,

Charlotte  

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