Von Eulen und Lerchen – Oder warum ich jeden Tag um sechs Uhr aufstehe

Von Eulen und Lerchen – Oder warum ich jeden Tag um sechs Uhr aufstehe

Bis vor etwa einem Monat war ich das absolute Gegenteil eines Frühaufstehers. Wahrscheinlich kennt Ihr alle dieses von Eulen und Lerchen. Die meisten Leute, die ich kenne, sind Eulen – zumindest halten sie sich dafür. Ich war da nicht anders. Ich habe mich für jemanden gehalten, der am besten bei Nacht funktioniert. Lieber ausschlafen und dafür bis drei Uhr nachts durchzupowern war immer meine Devise.

Dass ich mich da womöglich selbst belüge, habe ich während der Vorbereitung auf mein Abi gemerkt, als mir auffiel, dass ich morgens besser lerne. Tatsächlich scheine ich morgens alles besser zu machen, weil ich da einfach konzentrierter bin und mehr Energie habe. Ich denke, ich bin nicht die einzige, die sich aus Gründen der Bequemlichkeit für fälschlicherweise für eine Eule gehalten hat. Tatsächlich kenne ich kaum einen Menschen, der um drei Uhr nachts noch produktiv ist. Die meisten verbringen Stunden auf Netflix oder YouTube oder schauen einfach nur ins Handy. Daran ist grundsätzlich nichts falsch, allerdings hat das nichts mehr mit Produktivität zu tun.

Was ich morgens tue, Bestimmt meinen Tag. - Bodo Schäfer

Für mich waren mein Freitag und Samstag die Highlights der Woche. Wenn ich nicht feiern ging, saß ich zu Hause mit einem Glas Whiskey oder Wein da und habe geschrieben. Ich fühlte mich wahnsinnig kultiviert dabei, als wäre ich Hemingway höchstselbst. Aber irgendwann mit dem ganzen Stress in der Uni, Filmeabenden und Partys rückte das Schreiben immer mehr in den Hintergrund. Es spielte auch keine Rolle, ob ich Alkohol trank oder nicht. Anstatt meinen Abend voll auszukosten, saß ich passiv vor dem Fernseher und war unzufrieden, ohne zu wissen warum. Wahrscheinlich, weil ich schon damals verstanden habe, dass ich nicht mein volles Potential ausschöpfe. 

Durch Corona wurde das ganze noch schlimmer. Meine Hochschule hat schon zu Semesterbeginn Online-Vorlesungen angeboten, die es einem ermöglichen, sich die Arbeitszeit selbst einzuteilen. Also habe ich meinen Spätaufstehen-Lange-Wachbleiben-Lebensstil aufrechterhalten. Das Ergebnis: ich war ohne Energie und bekam nichts auf die Reihe. Nach dem Aufstehen war ich wahnsinnig müde, schlecht gelaunt und genervt. 

Mein Leben änderte sich auf einen Schlag, als ich ein Video von Bodo Schäfer sah, in dem er seine Morgenroutine erklärte. (Das Video findest Du hier: https://www.youtube.com/watch?v=bkTdIascbyg) Ich muss dazu sagen, dass eine Morgenroutine überhaupt nichts Neues für mich war. Tatsächlich hatte ich bereits seit der 10. Klasse eine – sie war bloß schlecht. In seinem Video erzählt Bodo Schäfer unter anderem davon, dass ein Mensch, der seine Ziele noch nicht erreicht hat, es sich nicht erlauben kann, nach sechs Uhr aufzustehen. Diese Aussage hat mich umgehauen. Immerhin schwören auch die größten CEOs und Erfolgsgurus alle darauf, um 5.30 bzw. um sechs Uhr aufzustehen. Ich beschloss es auszuprobieren und es hat buchstäblich mein Leben verändert.

Ich gehe jetzt früher schlafen (zwischen 22 und 23 Uhr) und stehe täglich bis auf einen Tag in der Woche um sechs Uhr auf. Das Resultat?

Meine Stimmung hat sich deutlich verbessert, ich bin tagsüber produktiver, treibe mehr Sport und schaffe es mehr zu schreiben, was paradox ist, weil ich ja immer abends geschrieben habe. Der Morgen ist so eine schöne Zeit, Vögel zwitschern, die Sonne geht gerade auf und man kann in Ruhe seinen Aufgaben nachgehen.

Meine Morgenroutine sieht in etwa so aus:

  • 6 Uhr Aufstehen
  • Das Fenster weit aufreißen, von der frischen Luft wird man super wach
  • Einen halben Liter Wasser trinken
  • Leichtes Dehnen
  • Yoga / Ein paar andere Sportübungen
  • Kaffee (optional: Frühstück dazu) und ein Buch / eine Folge meiner Lieblingsserie
Beispiel für nützliche Tools

Gegen acht Uhr bereite ich mir dann einen Tee oder je nach Müdigkeit einen zweiten Kaffee zu und setzte mich an meine erste Vorlesung. Mein Arbeitstag hört inzwischen nicht nur früher auf, sondern ist auch wesentlich kürzer, weil ich morgens einfach viel produktiver bin. Gegen Nachmittag / Abend habe ich mehr als genügend Zeit, um mich (sozial distanziert) mit Freunden zu verabreden, Zeit mit meiner Familie zu verbringen oder an die frische Luft zu gehen.

Schon verrückt, was man innerhalb von kürzester Zeit von Eulen und Lerchen über Konzentration und Fokus lernen kann. In meinem nächsten Blogartikel wird es darum gehen wie Du trotz Homeoffice aufmerksam in der Vorlesung bleiben kannst. Sei gespannt!

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.